Welcher Index aus der rheumatoiden Arthritis ist auch für das Maß der körperlichen Beeinträchtigung bei PsA validiert?
Welcher Index aus der rheumatoiden Arthritis ist auch für das Maß der körperlichen Beeinträchtigung bei PsA validiert?
Die PsA geht einher mit körperlicher Beeinträchtigung. Da es keinen PsA-spezifischen Score gibt, der die körperliche Beeinträchtigung misst, wird diese mit dem aus der RA stammenden Health Assessment Questionnaire-Disability Index (HAQ-DI) erfasst.
Der HAQ-DI ist auch in der PsA validiert, erfasst aber z. B. Hautsymptome nur unzureichend.
In der ADEPT-Studie mit Patienten unter Adalimumab-Therapie war ein höherer HAQ-DI-Score der Baseline-Faktor, welcher als negativer Prädiktor die Wahrscheinlichkeit des Erreichens einer minimalen Krankheitsaktivität reduzierte.
Quelle: Mease PJ, Kavanaugh A, Coates LC, McInnes IB, Hojnik M, Zhang Y, et al. Prediction and benefits of minimal disease activity in patients with psoriatic arthritis and active skin disease in the ADEPT trial. RMD open. 2017; 3(1):e000415.
Bild: Strukturformel von Apremilast
PDE =Phosphodiesterase
Bildquelle: Wikipedia.org, Fvasconcellos, gemeinfrei
Apremilast als PDE-4-Inhibitor hemmt die Produktion von proinflammatorischen Zytokinen wie TNF-α, IL-23 und IL-17.
Die Wirksamkeit bei der PsA wurde in vier placebokontrollierten Phase-III-Studien (Psoriatic Arthritis Long-term Assessment of Clinical Efficacy PALACE) gezeigt. Eine Post-hoc-Analyse zeigte die Wirksamkeit auch hinsichtlich Enthesitis und Daktylitis.
Eine aktuelle Phase-IIIb-Studie konnte zudem einen frühen Therapieeffekt bereits nach zwei Wochen feststellen, welcher bis Woche 52 anhielt.
Obwohl aktuell keine Head-to-Head-Studien existieren, scheint Apremilast in Bezug auf Gelenke, Haut und Enthesen eine geringere Wirksamkeit als bDMARDs zu haben, zeigt jedoch ein gutes Sicherheitsprofil.
Für Methotrexat, nach EULAR-Therapieempfehlungen die Erstlinie einer DMARD-Therapie, existiert für die Indikation PsA nur eine placebokontrollierte Studie. In dieser Studie konnten keine signifikanten Unterschiede gezeigt werden.
In diversen Open-Label-Studien wurde jedoch die Effektivität von Methotrexat, gerade auch hinsichtlich Verlangsamung einer röntgenologischen Progression, bei der PsA gezeigt.
Die SEAM-PsA Studie zeigte, dass eine Kombination aus Methotrexat und einem TNF-Blocker (Etanercept) ähnliche Wirksamkeit wie eine TNF-Blocker-Monotherapie hat. Sowohl Kombinationstherapie als auch TNF-Blocker-Monotherapie waren der Methotrexat-Monotherapie überlegen. Somit scheint die Fortführung der Methotrexat-Therapie mit Beginn der TNF-Therapie bei der PsA nicht unbedingt nötig zu sein.
Vgl.:
Kingsley GH, Kowalczyk A, Taylor H, Ibrahim F, Packham JC, McHugh NJ, et al. A randomized placebo-controlled trial of methotrexate in psoriatic arthritis. Rheumatology. 2012 Aug; 51(8):1368–1377.
Elmamoun M, Chandran V. Role of Methotrexate in the Management of Psoriatic Arthritis. Drugs. 2018 Apr; 78(6):611–619.
Mease PJ, Gladman DD, Samad AS, Coates LC, Liu LXH, Aras GA, et al. Design and rationale of the Study of Etanercept and Methotrexate in Combination or as Monotherapy in Subjects with Psoriatic Arthritis (SEAM-PsA). RMD open. 2018; 4(1):e000606.
Eine 35-jährige Frau stellt sich mit starkem Rückenschmerz vor. Sie klagt über morgendliche Steifheit in der Lendengegend. Die Schmerzen bestehen seit 4 Monaten, bessern sich bei Bewegung und verschlechtern sich in Ruhe. Welche Erkrankungen könnten die geschilderten Beschwerden erklären?
Bildquelle: istock, grinvalds
Der entzündliche Rückenschmerz, den diese Patientin schildert, ist das Leitsymptom einer axSpA, jedoch nicht spezifisch für diese Erkrankung und kann auch anderer Genese (wie z.B. aktivierte Osteochondrose) sein.
Für welche Manifestationen der PsA sind bereits Daten über die Wirksamkeit von Secukinumab vorhanden?
Für Secukinumab liegen Daten zur Wirksamkeit in allen gemäß GRAPPA definierten Manifestationen der PsA vor. Neben dem guten und lang anhaltenden Ansprechen auf die Haut (66 % Verbesserung im PASI 90) zeigt Secukinumab auch eine gute Wirksamkeit auf die Gelenke. So konnte Secukinumab gegenüber Placebo eine signifikante Reduktion der röntgenologischen Progression zeigen.
Quellen:
McInnes IB, et al. Rheumatology. 2017; 56(11):1993–2003
Clinicaltrial.gov NCT02721966
Bissonette R, et al. J Eur Acad Dermatol Venereol. 2018 ; 32(9):1507–1514
Reich K, et al. PGC 2017; Poster #P021
Mease P, et al. Ann Rheum Dis 2018;77:890–897.
