Bei wieviel Prozent der Patienten mit Psoriasis kann eine subklinische Arthritis erkannt werden (z. B. mittels MRT)?
Bei wieviel Prozent der Patienten mit Psoriasis kann eine subklinische Arthritis erkannt werden (z. B. mittels MRT)?
Ob diese der Entwicklung einer PsA vorausgeht, ist aktuell noch nicht untersucht. Ca. 30 % aller Patienten mit einer Psoriasis entwickeln eine PsA mit einer jährlichen Inzidenz von 2–3 %. Im Schnitt geht die Hautbeteiligung der Arthritis um 10 Jahre voraus, jedoch können auch Arthritis und Psoriasis gleichzeitig auftreten bzw. die Arthritis kann der dermatologischen Manifestation vorangehen.
Quelle:
Mathew AJ, Bird P, Gupta A, George R, Danda D. Magnetic resonance imaging (MRI) of feet demonstrates subclinical inflammatory joint disease in cutaneous psoriasis patients without clinical arthritis. Clinical rheumatology. 2018 Feb; 37(2):383–388.
Welche der genannten Wirkstoffe sind (JAKs) Januskinase-Inhibitoren?
Früher stand JAK für Just Another Kinase, da der Wirkungsmechanismus noch nicht klar war.
Heute verwendet man den Ausdruck Januskinase, nach dem römischen Gott Janus mit den zwei Gesichtern.
Die Januskinasen „schauen“ wie dieser Gott in zwei Richtungen – zur Zelle und zum transmembranären Rezeptor.
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Insgesamt existieren vier verschiedene JAKs.
Tofacitinib
Blockiert als pan-JAK-Inhibitor, v. a. JAK3 und JAK1 und JAK2. Tofacitinib zeigte seine Wirksamkeit bei der PsA in einer placebokontrollierten Studie und ein vergleichbares Ansprechen wie Adalimumab, auch bei Patienten mit unzureichendem Ansprechen auf einen TNF-Blocker.
Baricitinib
Geplant ist eine Phase-III-Studie, die die Wirksamkeit von Baricitinib, welches bereits für die RA zugelassen ist, auch bei der PsA untersuchen soll.
Upadacitinib und Filgotinib
Weitere Studien beschäftigen sich mit der Wirksamkeit der selektiven JAK-1-Inhibitoren Upadacitinib (ClinicalTrials.gov ID NCT03104374, NCT03104400) und Filgotinib (NCT03101670).
Vgl. Gilead Sciences I. Gilead and Galapagos Announce Results With Filgotinib in the Phase 2 Equator Study in Psoriatic Arthritis and Progression Into Phase 3 for the Selection Study in Ulcerative Colitis. 2018 30.05.2018 [cited 06.08.2018]
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Auch seit Langem bekannte und eingesetzte Medikamente wie die csDMARDs werden aktuell weiter untersucht.
Der Einsatz dieser Medikamente in der PsA erfolgte oft, nachdem deren Wirksamkeit bei RA-Patienten gezeigt wurde.
DMARDs für PsA unzureichend untersucht
Häufig sind diese DMARDs jedoch für die Indikation der PsA nur unzureichend untersucht.
So konnte für Leflunomid als einziges DMARD die Effektivität im Vergleich zu Placebo gezeigt werden.
Vgl. Kaltwasser JP, Nash P, Gladman D, Rosen CF, Behrens F, Jones P, et al. Efficacy and safety of leflunomide in the treatment of psoriatic arthritis and psoriasis: a multinational, double-blind, randomized, placebo-controlled clinical trial. Arthritis and rheumatism. 2004 Jun; 50(6):1939–1950.
Bei der Einnahme welches Wirkstoffes treten besonders bei Hochrisikopatienten weniger gastrointestinale Nebenwirkungen auf?
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Eine bessere gastrointestinale Verträglichkeit von einem Coxib (COX-2-selektiven Inhibitor) wurde in einer randomisierten kontrollierten Studie kürzlich gezeigt.
Vgl. Chan FKL, Ching JYL, Tse YK, Lam K, Wong GLH, Ng SC, et al. Gastrointestinal safety of celecoxib versus naproxen in patients with cardiothrombotic diseases and arthritis after upper gastrointestinal bleeding (CONCERN): an industry-independent, double-blind, double-dummy, randomised trial. Lancet. 2017 Jun 17; 389(10087):2375–382.
Welcher Index aus der rheumatoiden Arthritis ist auch für das Maß der körperlichen Beeinträchtigung bei PsA validiert?
Die PsA geht einher mit körperlicher Beeinträchtigung. Da es keinen PsA-spezifischen Score gibt, der die körperliche Beeinträchtigung misst, wird diese mit dem aus der RA stammenden Health Assessment Questionnaire-Disability Index (HAQ-DI) erfasst.
Der HAQ-DI ist auch in der PsA validiert, erfasst aber z. B. Hautsymptome nur unzureichend.
In der ADEPT-Studie mit Patienten unter Adalimumab-Therapie war ein höherer HAQ-DI-Score der Baseline-Faktor, welcher als negativer Prädiktor die Wahrscheinlichkeit des Erreichens einer minimalen Krankheitsaktivität reduzierte.
Quelle: Mease PJ, Kavanaugh A, Coates LC, McInnes IB, Hojnik M, Zhang Y, et al. Prediction and benefits of minimal disease activity in patients with psoriatic arthritis and active skin disease in the ADEPT trial. RMD open. 2017; 3(1):e000415.
